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Nashörner

gehören allen Menschen

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Nashorn im Ngorongorokrater in Afrika

"Auch Nashörner gehören allen Menschen" war der Titel eines beeindruckenden Buches, dass der legendäre Tierschützer Bernhard Grzimek veröffentlicht hat. Damals waren die Tiere vom Aussterben bedroht - heute ist die Situation noch schlimmer.

Nashörner sind gewaltig grosse Burschen - nach dem Elefanten die schwersten Landtiere überhaupt. Grosse Exemplare des in Afrika beheimateten Breitmaulnashorns (Ceratotherium simum) erreichen ein Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen (3.500 Kilo).

Nashörner bilden eine Familie innerhalb der Ordnung der Unpaarhufer. Die Nashörner waren früher auch in Europa und Nordamerika weit verbreitet; eine der hier vorkommenden Arten war das behaarte Wollnashorn. Diese Arten sind im Laufe von vielen Tausend Jahren dem natürlichen Klimawandel zum Opfer gefallen.

Überlebt haben die heute noch bestehenden Nashornarten Breitmaul- und Spitzmaulnashorn im Afrika südlich der Sahara sowie Panzer-, Java- und Sumatra-Nashorn im süd- bis südöstlichen Asien, die teilweise in ihrem Bestand aber mehr als stark bedroht sind.

Nashornkuh mit zwei schon ziemlich grossen Jungtieren im Krüger-Nationalpark in Südafrika

Der Name leitet sich natürlich von dem Nasenhorn her: Von Art zu Art verschieden tragen die Nashörner ein oder zwei Hörner, die auch sehr unterschiedlich lang werden können: Es sind schon Nashörner mit 150 cm langen Hörnern gefunden worden.

Diese Nasenhörner sind es auch, die die Tiere so stark in Bedrängnis bringen, dass es schwierig sein wird, das Aussterben der Kolosse zu verhindern: Das Pulver aus den gemahlenen Nasenhörnern gilt vor allem in Asien als Aphrodisiakum, als potenzsteigerndes Heilmittel. Die bedrohten Tiere werden deshalb von bestens ausgerüsteten Wildererbanden gnadenlos gejagt. Mitgenommen wird ausschliesslich das Horn, das Tier selbst bleibt für die Geier und die anderen Aasfresser liegen. Ein illegal gewildertes Horn kann in China bis zu 100.000 Dollar bringen!

Einige Naturparkverwaltungen in Afrika sind mittlerweile dazu übergegangen, den Nashörnern ihre Hörner abzusägen. Dies geschieht unter Betäubung - nicht etwa, weil es Schmerzen bereiten würde, sondern weil ein quicklebendiges Nashorn von niemandem zu bändigen wäre. Das Horn ist totes Material, unseren Fingernägeln verwandt und nicht etwa Knochen oder gar Elfenbein.

Aber das Absägen der Hörner ist trotzdem ein zweischneidiges Schwert, denn die Hörner dienen den Tieren tatsächlich als Wehr und Waffe z.B. gegen Löwen. Die können zwar den ausgewachsenen Nashörnern nicht viel antun, finden Nashornbabys aber ausgesprochen lecker.

Am besten von den 5 heute noch existierenden Arten geht es dem Breitmaulnashorn. Vor allem im Süden Afrikas können seine Bestände noch als einigermassen gesichert gelten. Man schätzt, dass es noch etwa 20.000 (südliche) Breitmaulnashörner gibt; der Bestand der Art hätte sich demnach in den letzten Jahren sogar etwas vergrössert. Die nördliche Unterart gilt als in freier Wildbahn ausgestorben; es gibt insgesamt noch maximal 7, evtl aber auch nur 3 (!) fortpflanzungsfähige Exemplare des nördlichen Breitmaulnashorns in Menschenobhut (durch Zusammenführung mittlerweile alle in Kenia). Es wird versucht, die Art auch mit Hilfe von künstlicher Befruchtung zu erhalten, denn der letzte Nachwuchs in Menschenobhut wurde vor mehr als 12 Jahren (im Jahr 2000) geboren.

Das Problem beim Spitzmaulnashorn ist, dass der Gesamtbestand der Tiere - es gibt in ganz Afrika noch etwa 5.000 Spitzmaulnashörner - sich in eine Reihe von isolierten Einzelpopulationen aufteilt. Dadurch ist die Vermehrung gefährdet - die Partner finden sich schlecht und es gibt immer wieder Verpaarungen zwischen miteinander verwandten Tieren. Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass die Art in 4 Unterarten unterteilt wird, von denen eine (Diceros bicornis longipes) seit mehr als 15 Jahren nicht mehr beobachtet wurde und möglicherweise bzw. wahrscheinlich schon ausgestorben ist. Die mit interessantesten Bestände gibt es im Norden Namibias, wo sie auch recht wirksamen Schutz geniessen.

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Für die 3 asiatischen Nashornarten ist die Situation ungleich schwieriger - sie sind einfach zu nahe dran an der Konsumenten der Sex-Wundermedizin. Ausserdem sind alle 3 Arten auf den Lebensraum Wald angewiesen, der in Südostasien in einem besorgniserregenden Masse verschwindet: Tropenholz ist in Japen, Amerika und Deutschland hoch begehrt und auf den abgeholzten Flächen werden Palmen zur Ölgewinnung angebaut, damit Deutschland und andere Staaten ihre Energiebilanz schönreden können. In Wirklichkeit ist der Agrosprit (gerne als Bio-Sprit bezeichnet) ein schlimmer Klimakiller.

Panzernashorn mit Baby im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde

So sind alle 3 Asiatischen Arten stark gefährdet und z.T. unmittelbar vom Aussterben bedroht: Vom (einhörnigen) Indischen Panzernashorn gibt es vermutlich noch etwa 3.000 Exemplare in freier Wildbahn, das Java-Nashorn ist bis auf einen winzigen Bestand von vermutlich etwa 40 Tieren im Ujung-Kulon-Nationalpark auf der indonesischen Hauptinsel Java verschwunden und vom Sumatra-Nashorn, der kleinsten und ursprünglichsten rezenten Nashornart (diese Tiere haben ein Fell, wenn auch recht lückenhaft) könnte es noch etwa 200 Exemplare geben. Trotz diverser Schutzmassnahmen sinkt der Bestand der Art aber weiterhin.

Die meisten verbliebenen Tiere des Sumatra-Nashorns leben tatsächlich auf der indonesischen Insel Sumatra; ein kleiner Bestand aber auch im Nordosten der grossen Insel Borneo. Im März 2013 gab der WWF bekannt, dass man Spuren der Tiere auch im Osten der Insel, demnach also südlich des bisher bekannten Gebietes gefunden habe.
Es bleibt anzuwarten, ob dies auf eine Ausberbreitung der Art hinweist, oder auf eine Verdrängung aus dem bisher bekannten 'Gelände. In jedem Fall aber bleibt zu berücksichtigen, dass es sich auf Borneo um insgesamt keine 2 Dutzend Exemplare handeln dürfte!

Über Elefanten können Sie sich informieren auf der Seite Elefanten.biz

Für alle Arten gibt es Nachzuchtprogramme. Ziel der Erhaltungszucht-Programme ist die Sicherstellung eines Gen-Pools für die (düstere) Zukunft, die Verhinderung der Entnahme von Wildtieren aus der freien Natur und die Auswilderung der Nachzuchten in geeigneten Biotopen.

Vom Panzernashorn gibt es auch eine relativ stabile Population in Menschenobhut, weltweit etwa 300 Tiere. Die wohl besten Zuchterfolge kann dabei der Zoo von Basel verbuchen: Hier wurden bis heute insgesamt fast 30 Panzernashörner geboren. Auch im Tierpark Berlin gab es immer wieder Zuchterfolge; das Bild auf dieser Seite von der Panzernashorn-Kuh mit Jungtier ist dort entstanden.

Zumindest für die beiden letztgenannten asiatischen Arten ist auch der Erhalt in Menschenobhut aber nicht gesichert oder, um es deutlich zu sagen, überhaupt nicht gegeben. Lediglich im Zoo von Cincinnati gibt es bescheidene Zuchterfolge, aber es sind eben überhaupt welche. Vom Java-Nashorn gibt es in Menschenobhut überhaupt keine Tiere.

So werden die grossen Säugetiere, die eine 50 Millionen Jahre währende Stammesgeschichte hinter sich gebracht haben, vermutlich in wenigen Jahren von unserem Planeten verschwunden sein. Menschenwerk.- für so etwas braucht man nicht mal mehr den Klimawandel .

 

Wir werden diesen Beitrag über Gefährdung und Schutz der Nashörner noch ergänzen. Sollten Sie hier aber nicht fündig werden, wird Ihnen wahrscheinlich dieses "Google"-Suchfeld helfen:

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